Im Juni 1976 reisten wir mit unserer fünfjährigen Tochter Tanja auf die griechische Insel Rhodos. Es sollte ein wunderschöner Familienurlaub werden – voller Sonne, Meer und unbeschwerter Stunden.
Doch zwei Ereignisse sollten sich für immer in unser Gedächtnis einbrennen.
Ein traumhafter Beginn
Die ersten Urlaubstage verliefen traumhaft. Wir wohnten in einem schönen Hotel direkt am Strand und wurden bestens versorgt.
Abends saßen wir oft bei griechischer Musik, einem Glas Wein und Mondschein im Biergarten des Hotels. Es waren jene besonderen Augenblicke, die man sich als Familie wünscht und die man ein Leben lang in Erinnerung behält.
Tanja fand schnell eine gleichaltrige Freundin. Die beiden spielten stundenlang am Strand, während wir uns mit deren Eltern und Großeltern unterhielten.
Schon nach wenigen Tagen waren wir mit der Familie freundschaftlich verbunden.
Alles schien perfekt.
Doch dann kam dieser eine Tag, den wir niemals vergessen werden.
Der Ausflug nach Symi
Eines Tages unternahmen wir eine Bootsfahrt zur Insel Symi. Dort besuchten wir das berühmte Kloster Panormitis.
Während wir die Anlage besichtigten, geschah plötzlich etwas, das uns den Atem stocken ließ.
Für einen kurzen Moment verlor meine Frau Tanja aus den Augen.
Als ich mich umsah, bemerkte ich einen bärtigen Mann, der unsere Tochter an der Hand hielt und sich hastig von der Menschenmenge entfernte.
In diesem Augenblick schoss mir nur ein Gedanke durch den Kopf:
Tanja!
Noch heute weiß ich nicht, was mich in diesem Moment antrieb.
Ich dachte nicht nach.
Ich rannte einfach los.
Ich rannte hinterher
Ohne zu überlegen, sprintete ich hinter dem Mann her.
Alles ging unglaublich schnell. Ich wusste nur, dass dieser Mann meine Tochter bei sich hatte und sich mit ihr entfernte.
Zum Glück gelang es mir, ihn rechtzeitig einzuholen und zu stoppen.
Tanja war verängstigt, aber glücklicherweise unverletzt.
Wir brachten sie sofort zurück zum Schiff und ließen sie bis zur Abfahrt nicht mehr aus den Augen. Auch das Personal reagierte aufmerksam und unterstützte uns.
Was die Absichten dieses Mannes wirklich waren, werden wir wahrscheinlich niemals erfahren.
Vielleicht gab es eine Erklärung für sein Verhalten.
Aber für uns als Eltern fühlte es sich in diesem Augenblick eindeutig so an, als hätte jemand versucht, unsere Tochter mitzunehmen.
Für uns war es der Schock unseres Lebens.
Ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden
Der Schock saß tief und begleitete uns während des restlichen Urlaubs.
Eigentlich wollten wir einen unbeschwerten Familienurlaub genießen. Stattdessen hatten wir plötzlich erlebt, wie schnell sich ein schöner Tag in einen Albtraum verwandeln kann.
Bis heute erinnere ich mich an diesen Moment.
An den Mann.
An Tanja.
Und an meinen eigenen Instinkt, der mich sofort hinterherlaufen ließ.
Vielleicht war es einfach der Schutzinstinkt eines Vaters.
Vielleicht war es Glück.
Vielleicht war es beides.
Eines aber weiß ich ganz sicher:
Ich hätte alles getan, um meine Tochter zu beschützen.
Und diese Geschichte von Rhodos im Jahr 1976 wird für immer ein Teil unserer Familiengeschichte bleiben.